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Montag, 19. Januar 2015

Roland Stark vergisst, dass ohnmächtige Wut sich entlädt.

Der frühere Schulmeister und Basler Grossrat Roland Stark betätigt sich in seinem Unruhestand als wortgewaltiger Kolumnist in der Basler Zeitung. Und als solcher bedient er auch hin und wieder "seine Klientel". Dazu zähle ich auch die sogenannte Sozialindustrie. Die geriet nicht nur im Zusammenhang mit den Aufdeckungen aus der Verdingkinderzeit oder im Zusammenhang mit den Enthüllungen in der Causa "Carlos" , sondern  anfangs Jahr mit den Meldungen in Sachen Kindermord in Flaach/ZH in die Schlagzeilen.

Und was in die Schlagzeilen gerät auch ins Visier der Wutbürger, die sich dann der Kommentar-Funktionen in der Presse und vor allem in Sozialmedien bedienen. Stark stellt fest: "Bei uns entlädt sich der Mob ähnliche Shitstorm zurzeit gegen die Kindes- und Erwachsenenschutz­behörde (Kesb). Anlass war zuletzt das Drama von Flaach, bei dem eine Mutter das Leben ihrer beiden Kinder ausgelöscht hatte."
Und weiter schwadroniert der SP-Mann: "Wer ein derart tragisches Familiendrama politisch und medial ausschlachtet, beweist vor allem ein eklatantes Defizit an Anstand und Würde. Weder über die Vorgeschichte noch über die Motive sind bisher nachprüfbare Informationen bekannt geworden. Trotzdem werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde in der Öffentlichkeit pauschal durch den Dreck gezogen und ihre äusserst schwierige Arbeit auf inakzeptable Art und Weise diskreditiert."
Was Anstand und Würde angeht erweist sich Stark als Meister des Wegschauens. Der Mob entlädt sich nicht auf die Behörde, welche Fehlentscheide trifft. Diese sind meist "beschwerdefährig" und können langfristig angefochten werden.
Der Mob entlädt sich, weil die Mitarbeitenden dieser Behörden oft keinen Anstand haben und die Benutzer/innen (zynischerweise als Kunden bezeichnet) dieser "professionellen" Fachstellen ohne Respekt und würdelos abfertigen.
Wer ein Anliegen zu einem Mandat — meistens handelt es sich um zugewiesene Beistandschaften — vorbringt, wird angelogen, hinsichtlich Interventionen vertröstet, Termine werden nicht eingehalten. Wichtige Angelegenheiten werden auf die lange Bank geschoben, und wenn Beistand (Hilfe) nötig wäre, sind die Beistände im Feierabend, in den Ferien, oder in der Weiterbildung. Wenn sie dennoch anwesend wären, lassen sich verleugnen, und versprochene Telefon-Rückrufe werden nicht getätigt. Die Mitarbeitenden dieser Fachstellen wahren angeblich Distanz zu ihren Fällen, in Wirklichkeit fehlt ihnen das Engagement.
Das ist der Grund für die teils tatsächlich bitterbösen Kommentar. Aber, und das scheint Roland Stark ausser Acht zu lassen, in ihrer Ohnmacht verspüren die Betroffenen, denen nicht beigestanden wird, nur noch Wut, die sich dann eben in den Sozialmedien entladt.

Dienstag, 6. Januar 2015

Widerspruch zum Einspruch

Nach der Manier beleidigter Leberwürste, zieht Willy Gysin, Allschwil,  zunächst mal gegen den Autor Christian Keller vom Leder. Keine seriöse Ausbildung und -Praxis, keine gründliche Recherche. Missbrauch der Geschichte für die Diskreditierung von Instutionen (z.B KESB) und Berufsständen in Kinderschutz und Solzialarbeit.
Was ist geschehen?
In der BaZvom 2. Januar hat zeichnet Keller ein Bild des Baselbieter „letzten Armeninspektors“ und nimmt dessen hervorragende Eigenschaften gewissermassen zum Neujahrswunsch an die Kinderschutz-Institutionen. Und das stösst Gysin (unter Lüthy früher mal Abteilungsleiter) sauer auf. Dazu wird dem Autor Keller ideologische Verblendung unterstellt, ohne auch nur eine der dargestellten „essentiellen Eigenschaften“ zu widerlegen.

Lüthy's Beurteilungen waren nicht aus der Ferne. Er pflegte den Kontakt zu den Betroffenen, nahm sie ernst. Er suchte für seine „Mündel“ pragmatische, realitätsbezogene Lösungen. Und das waren keine aufsehenerregenden Settings wie Kickboxen oder Matrosenalltag auf Segelbooten, Ein wichtiges Anliegen war ihm, dass möglichst jede/r nach optimaler Schulbildung eine Lehre machen und abschliessen konnte. Er hütete sich vor Vorurteilen, anerkannte das Los der Benachteiligten, die teils „einen schweren Rucksack“ zu schleppen hatten.
Er fasste seine Aufgabe als 24-Stunden-Job auf, war über Mittag und abends bis spät in Nacht erreichbar.
Dass sich die heutigen Arbeitnehmer/innen der Sozialindustrie ein Beispiel an Kurt Lüthy nehmen könnten/sollten, wird wohl kaum bestritten.


Donnerstag, 25. Dezember 2014

Pfister salbadert für Matter

 In einem Beitrag in der BaZ (24.12.2014), behauptet der Zuger-CVP Nationalrat Gerhard Pfister, "Je weniger der Staat Moralvorschriften macht, desto ethischer handeln die Menschen". Dass solche Behauptungen ausgerechnet aus jener Gegend kommen, wo man sich bekanntlich angesichts der horrenden Einnahmen aus zweifelhaften Geschäften (Rohstoff-Handel) erfreut, ist ungeniert.
Die Interpretation der Freiheit darf selbstverständlich jeder nach seinem Gusto vornehmen. Zuweilen, vor allem, wenn von ihr wie diverserse Ereignisse zeigen, mit ihr Missbrauch getrieben wird, soll und muss sie eingeschränkt, bzw. reglementiert werden.

Auf Pfisters Salbadereien habe ich folgenden Leserbrief geschrieben:  

NR Gehard Pfister, Zug

 

Idee der Freiheit als Etiketten-Schwindel

Der Seitenhieb auf Widmer-Schlumpf macht stutzig: warum sollte sie mit "jakobinischem Fiskalismus moralsieren" und im Namen des Staats "Neid schüren". Der Doktor Pfister aus dem Steuerparadies Zug betreibt Etiketten-Schwindel, statt offen zur Unterstützung der schlaumeierischen "Matter-Initiative" zu stehen, welche die Wieder-Einführung des Bankgeheimnissss anstrebt. Damit erweist der CVP-Nationalrat seiner Partei einen Bärendienst Als nächster Präsident und Darbelley-Nachfolger gesetzt, dient er der SVP als Lakai, der CVP-Grundsätze verhöhnt. Kein Wunder, wenn die Familienpartei (mit subsidiären, solidarischen Zielen) junge Wähler kaum mehr anspricht. In der Folge Vertreter/innen in Bern und in den Kantonen verliert und bedeutungs-und wirkungslos wird.

Montag, 8. Dezember 2014

Wahlkampfaktion aus Hölstein

Die Gemeindepräsidentin aus dem Uhrenmacher-Dorf Hölstein, Monica Gschwind ,
 hat die Steilvorlage des glücklosen Regierungsrats Isaac Reber aufgenommen und trotz vorweihnächtlicher Stille Wahlkampf betrieben, Im heutigen Morgenblatt der bz. kritisiert sie den Sicherheitsdirektor.
Diesem ist bekanntlich entgangen, dass in seiner Direktion eine zweifelhafte Ernnneung vorgerufen wurde. Das liess sich die Regierungsratskandidatin nicht entgehen. Umso mehr als auch bz-Redaktor Bolan Stula schon freitags in einem Kommentar spekuliert hatte, wer wohl Reber dieses Ei gelegt habe.
Inzwischen hat Reber heute Stellung genommen und die zweifelhafte Sibel Arslan entlassen indem er sie in sein Generalsekretariat angestellt hat.

Mittwoch, 5. November 2014

Rütli-Schiessen: Ayatholla Blocher's Predigt geschwänzt

Schützenstelldichein im Regen, hier über dem "Schwurplatz"  auf dem Weg zur Wiese.

Was für einen einigermassen gläubigen Moslem eine Pilgerreise nach Mekka, ist für mich senkrechten Baselbieter Eidgenossen die jährliche Pilgerreise aufs Rütli.
Mein bevorzugter Pilger-Tag ist der Mittwoch vor Martini, wenn die Vereinigten Rütlischützen der IV Waldstätte ihr Rütlischiessen abhalten. Zu den rund achthundert Schützen der Vereinigten Rütlischützen der IV Waldstätte sowie der Stadtschützen Luzern gesellen sich  17 Gruppen der "ständigen Gastsektionen" und 32 Gruppen der "nicht ständigen Gastsektionen" mit je 8 Schützen und ihrem Anhang, den Schlachtenbummlern. Die Herkunft dieser Gäste ist die ganze Schweiz von Bettingen (Nordwest) bis Pedrinate (Süd) und von Genf (West) bis Altenrhein (Ost), sie garantiert somit ein nationales Stelldichein der Schützen(familie).
Der Ablauf dieses Wettkampftreffens ist streng reglementiert und im "Tagesbefehl" festgehalten. Er wurde heute zum 152. Mal ausgerichtet. Nach dem Wettkampf versammeln sich die Schützen und ihre Gäste zu einer Art Landsgemeinde, deren Höhepunkt das "Absenden", die Rangverkündigung ist. Dazu gehört auch eine "vaterländische Rede". In diesem Jahr wurde hierfür der abgewählte Bundesrat und frühere Nationalrat Dr. Christoph Blocher verpflichtet. 
Infolge der überaus nassen Witterungsbedingungen habe ich die Predigt des Ayatholla Blocher geschwänzt und bin im warmen Schiff nach Brunnen in eine gemütliche Beiz gefahren.
Diese Unterlassungssünde werde ich bei einer der nächsten Pilgerfahrten, etwa nach Mariastein oder Einsiedeln, reumütig beichten. 

Der nasse Tisch der Schützen von Engelberg und Abderhalden

 Schlachtenbummler und Konkurrenten verfolgen im Schlamm die Resultate

Wasserfester Gebirgs-Rucksack Mod. 1944